Innovation im Weinbau durch Künstliche Intelligenz

Der positive Nebeneffekt einer Wirtschaftsreise mit Rheinland-Pfalz International

Der Schnitt der Reben in den Weinbergen ist Profis vorbehalten. Ganz viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl gehören dazu, damit die Reben später optimal wachsen und die Weinqualität perfekt wird. Wie wäre es, einfach eine Datenbrille aufzuziehen und genau angezeigt zu bekommen, wo der Rebschnitt zu erfolgen hat? Diese Vorstellung treibt Dirk Hübener um. Der Softwareentwickler aus Ingelheim kommt diesem Ziel immer näher. Die Idee des digitalisierten Rebschnitts kam Hübener auf einer Delegationsreise des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums nach Japan. Ein positiver Nebeneffekt der hochkarätig besetzten Reise, die Türöffner für neue Märkte war.

Der Weg zu einem richtig guten Weinjahrgang startet immer im Winter. Dann sind die Winzer in den Weinbergen unterwegs und kümmern sich um den Rebschnitt. Was locker klingt, ist es nicht. Denn: Jede Rebe ist individuell und wird daher anders geschnitten.

Harte Schnitte mit sanfter Hand

Der Rebschnitt ist ein Thema, das unter Winzern gerne kontrovers diskutiert wird – hat doch jeder eine andere Philosophie. Unstrittig ist, der Rebschnitt zählt zu den anspruchsvollsten und zeitaufwendigsten Arbeiten im Weinberg. Und er ist essenziell, lassen sich doch über den Rebschnitt Menge und Qualität des Weines steuern. Damit ein Weinjahrgang besonders wird, kommt dem Rebschnitt eine große Bedeutung zu.

Was hilft den Winzern am meisten?

Innovationen fangen immer mit visionären Fragen an: Warum revolutionieren wir den Rebschnitt nicht? Warum können wir angesichts des Mangels von Fachkräften nicht auch ungelernte Kräfte, unterstützt durch Künstliche Intelligenz, den Rebschnitt durchführen lassen? Diese Fragen hat sich Dirk Hübener gestellt. Der Geschäftsführer der GDV Gesellschaft für geografische Datenverarbeitung mbH, der normalerweise Softwarelösungen entwickelt, um räumliche Daten optimal zu nutzen, war mit einer Delegation des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums in Japan. Rheinland-Pfalz International organisierte die Delegationsreise in Erfolg versprechende Märkte, übernahm das Reiseprogramm und die gesamte Reiselogistik.

Mit der Deutschen Weinkönigin über Rebschnitt fachsimpeln

Auch dabei war Angelina Vogt, die damalige Deutsche Weinkönigin. „Ich habe die Chance genutzt, um mit der Weinhoheit über das Thema Rebschnitt zu sprechen. Sie hat aus dem Nähkästchen geplaudert und klar gesagt: Den Rebschnitt macht eigentlich kein Winzer gerne, aber er ist so wichtig“, erinnert sich Hübener. Er lobte die hochkarätige Besetzung der Wirtschaftsdelegation aus Politik und Wirtschaft, die optimales Netzwerken in lockerer Atmosphäre ermöglichte.

Künstliche Intelligenz ist die Lösung für den Rebschnitt 4.0

Das Thema ließ Hübener in Japan nicht mehr los. In Gesprächen mit Vertretern des DFKI, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, kam dann die bahnbrechende Idee. „Smart Glasses sind die Lösung. Ungelernte Kräfte bekommen in die Datenbrille optimale Schnittvorschläge eingeblendet und können so einen Rebschnitt wie Experten durchführen“, so Dirk Hübener. Auf der Wirtschaftsreise in Japan waren so viele Weinbau-Experten dabei, dass die Idee innerhalb weniger Tage gereift ist. „Danke an das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, das diese hochkarätige Reise organisiert hat.“

Innovative Technik gepaart mit tiefgreifendem Verständnis

In Deutschland zurück hat sich der Softwareentwickler direkt ans Werk gemacht. Neben dem DFKI hat er vom DLR Mosel und der ADD Unterstützung erfahren. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum hat seine landwirtschaftliche Expertise eingebracht, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hat die Förderung auf den Weg gebracht. Von der Vision zur Mission. Jetzt kann die Entwicklung der Rebschnitt-Datenbrille weitergehen. Das Ziel: 2023 soll der virtuelle Rebschnitt beginnen. Der Künstlichen Intelligenz gehört die Zukunft im Weinberg. Innovative Technik, die die Weinqualität verbessern hilft und die Arbeit der Winzer erleichtert.

Kontakt

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Referat Außenwirtschaft, Standortmarketing

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